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Ideologie ArtikelEine Ideologie (griechisch "Ideenlehre") ist ein Weltbild, das von einer Idee beherrscht wird. Der Ideologiebegriff problematisiert den Zusammenhang von menschlichen Denken (Ideen und Theorien) und der realen gesellschaftlichen Situation.
Ideologie wird in dem deutschen Sprachraum häufig als negativ besetzter Begriff benutzt, weil Ideologie stets etwas mit politischem Absolutsetzen zu tun hat. Diese Absolutsetzungen (mit einem quasi heiligen Status) sind für die Anhänger der jeweiligen Ideologie meist nicht kritikfähig. Man versucht dann diese Ideologie über den Staat durchzusetzen. In dem Staat versammeln sich daher verschiedene Ideologien und bilden einen Etatismus (beziehungsweise eine Staatsbegründung) aus, der verschiedenen Gruppen gerecht zu werden versucht.
Buch-Tipp: Berlin 1933-1945. PastFinder - Stadtführer zu den Spuren der Vergangenheit Berliner Zeitgeschichte - hautnah erlebt ! Wo befand sich die Neue Reichskanzlei, wo befand sich der Führerbunker und wo die Reste des Anhalterbahnhofes? Wer möchte die gesamten Städten der Berliner Olypiade 1936 auf eigene Faust ergründen? Wer einmal den Großbelastungskörper von Albert Speer, Goebbels Landhaus in Lanke am Bogensee, die Häuser... | |
Der Begriff wurde 1796 von dem französischen Philosophen Destutt de Tracy geprägt. Die Schule der Ideologen verstand sich als Gegenströmung zu dem Rationalismus von René Descartes. Die Ideologen versuchten den Ursprung von Ideen als biologischen Prozess zu erklären, der nicht ohne sinnliche Erfahrungen auskommt. Die französischen Ideologen standen in der Tradition der Aufklärung und waren demokratisch orientiert. Unter Napoleon verloren die Ideologen an Einfluss in der französischen Geisteswelt. [1] (http://www.uni-kassel.de/fb8/privat/noeth/handbuch/VII/VII5IDEO.DOC)
Mitte des 19. Jahrhunderts griffen Marx und Engels den von der Propaganda Napoleons stigmatisierten Begriff wieder auf und suchten, die bürgerliche Wirtschaftswissenschaft und Philosophie als Ideologie zu bewerten und den Kommunismus als Wissenschaft dagegen zu setzen. In ihrer praktischen Konsequenz entwickelte sich die marxistische Methode selbst zur - in dem ursprünglichen Sinn kritisierten - Ideologie für bestimmte Parteien und Staaten. Unabhängig davon haben Friedrich Nietzsche und der Soziologe Vilfredo Pareto (dieser als "Derivation") den Themenkomplex behandelt.
Buch-Tipp: Berlin unterm Hakenkreuz (berlin edition) Wichtige Quelle zur Architekturgeschichte Berlins von 1933-1945 Neben den bereits erschienen Büchern "Berlin 1933-1934" und "Architektur in Berlin 1933-1945" ist das interessante Buch "Berlin unterm Hakenkreuz" eine wertvolle Ergänzung.
Bemerkungswert sind die seltenen, teilweise bislang unveröffentlichen Fotografien und eine Liste der wichtigsten... |
marxistischer Ideologiebegriff | |
Dem Marxismus zufolge manifestiert sich die Ideologie in dem Überbau in Gestalt von Philosophie, Religion und Recht. Ideologie wird hier nicht als bewusste Verführung, sondern als ein "notwendig falsches Bewusstsein" konzipiert, das sowohl den Beherrschten wie den Herrschenden zueigen ist. Bestandteile der kapitalistischen Ideologie sind der Lohn-, Geld-, und Warenfetisch sowie die Verdinglichung. Zusammen bedingen sie eine Verschleierung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Das Denken über die eigentlichen Probleme der Gesellschaft wird behindert und so das bestehende Wirtschafts- und Herrschaftssystem gestützt.
Veränderung beginnt demnach mit Ideologiekritik . [2] (http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/hermeneutik/ideologiekritik.htm)
Durch die marxistische Ideologiekritik wurde der Begriff endgültig negativ besetzt. Die Abwertung einer Ideologie richtet sich heute jedoch nicht mehr ausschließlich gegen den Kapitalismus. Eine wertneutrale Verwendung ist aber zusätzlich selten.
Buch-Tipp: Der NS-Staat. Geschichtsinterpretationen und Kontroversen im Überblick. Sehr guter Kontroversenüberblick mit minimalen Mängeln In Ian Kershaws Buch „Der NS-Staat" werden die relevantesten Kontroversen zu dem NS-Staat gegenübergestellt, verglichen und erläutert. Der englische Historiker stellt dabei sowohl ältere Debatten - etwa ob der Nationalsozialismus ein totalitäres oder faschistisches System gewesen sei -... |
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Kritiker von Ideologien an sich verbinden mit ihnen Einseitigkeit, Intoleranz, Manipulation und Herrschaft über andere Menschen. Diese Sichtweise geht davon aus, dass eine Ideologie grundsätzlich Bezug auf das Zusammenleben von Menschen nimmt und daher schon in dem Ansatz die mögliche Tendenz in sich trägt, anderen eine bestimmte Sichtweise aufzudrängen.
Manche Anhänger von Ideologien neigen dazu, die Freiräume der Mitmenschen dem eigenen Idealbild unter zu ordnen und durch Dogmatisierung die Individualität der Gemeinschaftsmitglieder zu verletzen.
Andererseits kann das "anything goes" einer individualistischen Ideologie von Menschen als bedrohlich angesehen werden, die eine möglichst umfassende Reglementierung des Zusammenlebens (auch für sich selbst) für notwendig halten und sich durch den empfundenen Mangel an verbindlichen Regeln verunsichert fühlen.
Der Vorwurf einer durch Ideologie bestimmten Argumentation ist häufig in dem politischen Diskurs anzutreffen. Damit soll ausgedrückt werden, dass ein Standpunkt schon allein deswegen als nicht stichhaltig angesehen wird, weil er auf einer Ideologie basiere. So wird eine inhaltliche Auseinandersetzung vermieden.
Buch-Tipp: Der eindimensionale Mensch Anleitung zur Einsamkeit Marcuses Werk gilt als ein Klassiker der kritischen Betrachtung der modernen Industriegesellschaft. Totalität, Manipulation und Vereinsamung werden von ihm als Folgen eines auf Konsum, Wachstum und Wettbewerb ausgerichteten Gesellschaftsmodells aufgezeigt. Und doch kann dieses Buch neben einer reinen Aufzählung und Interpretation... |
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Beispiele für Ideologien der Neuzeit sind:
- der Sozialismus mit der Hauptidee der Vergesellschaftung der Produktionsmittel
- der Kommunismus mit der Hauptidee der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Verwirklichung der Diktatur des Proletariats
- der Nationalismus mit der Hauptidee der Überlegenheit des eigenen Volkes gegenüber anderen Völkern
- Neoliberalismus als dominierende Ideologie der heutigen Marktwirtschaften mit der Hauptidee, dass sowenig wie möglich in den Markt eingegriffen werden solle.
Mit der Ausrufung des postideologischen Zeitalters gilt es heute als anachronistisch, einer formulierten Ideologie anzuhängen. Daher beherrschen unäußerste Ideologeme und stark verinnerlichte Weltanschauungen wie der Protestantismus die moderne westliche Debatte.
Religionen sind der Ursprung verschiedener Weltbilder, die häufig die Vorstellung eines Gottes sowie ein Weiterleben nachdem Tode (etwa als unsterbliche Seele, in einer Reinkarnation oder in einer Wiederauferstehung ) beinhalten. Damit ist die Religion der Ideologieanfälligkeit nicht enthoben, wie es sich beispielsweise in dem religiösen Fundamentalismus dokumentiert.
Buch-Tipp: Die Last des Schweigens. Gespräche mit Kindern von NS-Tätern Eine gelungene Balance und begonnene Aufarbeitung Dan Bar-On ist israelischer Psychologieprofessor. In Israel arbeitete er therapeutisch mit Holocaustüberlebenden und deren Kindern. 1985 kam er nach Deutschland mit dem Absicht, Kinder von Nazis, die an der Judenvernichtung beteiligt waren, zu befragen. Er musste feststellen, dass das Thema 40 Jahre... |
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Weitere häufig oder teilweise als Ideologien genannte Lehren/Weltbilder in vereinfachter Gliederung:
Philosophische Ideologien
Soziale Ideologien
Ethnische und/oder religiöse Ideologien (siehe auch Fundamentalismus):
Wesentlich durch bestimmte Personen geprägte Ideologien
Ideologien oder Weltbilder schließen einander nicht notwendigerweise aus.
Beispielsweise finden sich Pazifisten in verschiedenen Religionen sowie bei Sozialisten.
Auch kann man feststellen, das kommunistische Staaten nationalistische Tendenzen entwickeln.
Gegensatz zu Ideologie:
Buch-Tipp: Die Revolution entlässt ihre Kinder. Pflichtlektüre zu dem Thema Stalinismus und werdende DDR. . . In dem Herbst 1955 erschienen, wurde dieses von 1935 bis 1949 handelnde Buch des 1921 in Wien geborenen Leonhard rasch ein politischer Bestseller und eines der wichtigsten Bücher überhaupt zu dem "real existierenden Sozialismus" von Sowjetunion und sich bildender DDR.
Mit 13 Jahren verläßt... |
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